JGA

Jetzt kommt’s: Mein Junggesellinnenabschied (JGA) startete und endete auf dem Kiez! Hättet ihr mich vorher gefragt, ich hätte mich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, aber meine Mädels, auf die ist Verlass! Aber von vorne:

Seit Wochen brabbelt Herr Richtig von einem entspannten Tag am Meer, mitten im Hochzeitsstress einfach mal die Füße ins Wasser halten und so. Super Plan! Lieschen krabbelt also Freitag Abend früh ins Bett, steht Samstag früh auf und cremt sich gerade mit Sonnencreme ein, als es klingelt! Schreck – der Mann im Keller, die Strandmatten holen! Also mit Sonnencreme in der Hand zum Türspion – steht Herr Richtig davor. Lieschen öffnet die Tür – und da stehen noch zwei andere Fräuleins! Vor lauter Schreck hab‘ ich allen dreien erst mal die Tür wieder vor der Nase zugeknallt. Höm. Und mich wieder angezogen. Und tief geatmet. Und dann ein Glas Sekt geext.

Da hatten mir die Mädels einen richtig großen Bären aufgebunden! Da ich als Planungsmonster im Freundeskreis verschrieen bin, wurde mir brav ein Datum für den JGA mitgeteilt. Und dann haben die mich einfach mal eine Woche eher abgeholt. Ha, und Herr Richtig hat auch mitgespielt. Tsssss…. Jedenfalls bin ich dann statt mit dem Bulli nach St. Peter-Ording mit der U2 bis Messehallen gefahren. Und dort wartete im „Planten un Blomen“-Park ein Picknick mit den Mädels auf mich. Hach, herrlich!

Und dann ging’s weiter Richtung St. Pauli! Und ja, sie waren „gemein“, ich musste Aufgaben erfüllen: beispielsweise vor den Tanzenden Türmen einer Gruppe von „Securities und ihrem Scheich“ (aka Männer-JGA) einen Korkenzieher für die Sekflasche abschwatzen – check, erledigt! Und dann standen wir vor einer Tango-Tanzschule. Tango??? Neeeee, Burlesque!

Ja, genau! Burlesque.

Lieschen, eins, zwei, drei Sektchen und die Mädels mitten drin – im dreistündigen Workshop der Petite Fours. Pin up-Posen, elegantes Laufen und stilvolles Entblättern will gelernt sein! Und so endete Lieschen mit der wohl hübschesten 20er Frisur EVER, die dank Haarspraymassen bis vier Uhr morgens wie eine Eins gesessen hat. Ach ja, und zeitweise in einer Corsage, einem Bühnenoutfit und 10 cm Heels. Unverhofft kommt oft! Ich sag euch: Das hat so unfassbar Spaß gemacht, das würde ich sofort wieder machen! Und nix hier mit verrucht und schmuddelig, das war mal reine Kiez Kultur so richtig tres chic!

Und dann ging es wieder Richtung Schanze – in einen Tattoo-Laden! Ich glaube, mir sind zeitweise die Gesichtszüge etwas entglitten. Die Mädels, die haben echt genau das aufgefahren, womit ich mal so gar nicht gerechnet hatte. Kuchenbacken bei Herrn Max? Cupcakes dekorieren? Wellness? Nix da – schön in den Tattooladen. Aber erst mal nach hinten in den Garten und zum kleinen Tisch mit Sekt. Wie es endete? Mit einem Schnubbi-Fake-Tattoo auf dem Handgelenk und einem RIESENGROSSEN Fake-Tattoo auf der Schulter: das Paderborner Drei-Hasen-Fenster! Ja, alle die dort auch studiert haben, dürfen jetzt einmal herzlich lachen. Die Mädels zogen netterweise auch mit und ließen sich lustig Anker, Füchse, Feen, Seepferdchen und Co. auf Arme, Beine und Dekollettee stempeln.

Mmmmmhmmmmm, genau. Ich also mit 20er Föhntolle und zwei Tattoos durch die Schanze – ha! Und ins Restaurant. Und ins Luba Luft Cocktails trinken. (Aber tausend mal besser als ein Hasenkostüm! Oder Teufelshörner! Ich bin seeeeeeeehr dankbar!) Und dann begann die „Schnubbi-Challenge“: Sechs Buttons mit unterschiedlichen Schnubbis und zu jedem musste ich einen passenden Mann für ein Beweisfoto finden.

WO IN ALLER WELT FINDET MAN DENN HEUTZUTAGE EINEN SCHNAUZBART? MIT MANN DRAN? NACHTS UM EINS?

Na, naa, naaaaaaa? Klar, KIEZ! Es war der Hit – der Schnauzer wurde gefunden, der gruseligste Laden auf dem Hamburger Berg auch und sogar den Kevin Kuranyi-Bart bin ich losgeworden. Habe derweil noch neben dem Scheich eine männliche Prinzessin, ein lebensgroßes Kik-T-Shirt und eine Gruppe von New Yorker Police Girls getroffen, bin seit Jahren wieder einmal über die Große Freiheit gelaufen und habe in der übervollen Thai Oase zu Oasis Wonderwall gegröhlt. Bei gefühlten 45 Grad war es dann irgendwann Zeit nach Hause zu gehen und nach der obligatorischen Kiez-Ende-Pommes habe ich dann irgendwann am frühen Morgen zuhause die Äuglein wieder zu gemacht.

Und soll ich euch was verraten: Es war toll! Nichts war vorhersehbar, alles war neu, alles hat trotzdem gepasst und ich habe noch nie auf dem Kiez so viele Komplimente für meine Haare bekommen – von Männern! Hach, es war ein Fest und meine Mädels sind die Besten!

Also, liebe Trauzeuginnen, denkt dran: Statt Bauchladen lieber Burlesque!

 

Liebe Grüße von Sweet Sugarsusi äääh Lieschen

 

 

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