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Am Montag fand ich den herrlichen Artikel „35 Dinge, über die sich Paare unbedingt vor der Hochzeit einig sein sollten“ und musste ein paar Mal beim Lesen laut lachen. Besonders bei 8 und 9. Wie wahr! Ich würde noch um den Punkt „Darf man den Ehering nachts ablegen und am nächsten Morgen vergessen“ ergänzen, haha.

 

Und wo wir gerade beim Thema sind: Viel zum Schmunzeln über Frau und Mann gibt’s auch in dem neuen Buch Wie sag ich’s meinem Mann? Über das Zusammenleben mit einer anderen Spezies von Stefanie Luxat, das am 15. September erscheint!

 

Allen angehenden Bräuten empfehle ich ja immer wieder sehr gerne Steffis Hochzeitsbuch Einfach heiraten!. Weil das Buch nicht nur herrlich entspannt durch den wilden Hochzeitsplanungswahnsinn lenkt, sondern Steffi einfach mit sehr viel Freude und Spaß über das Heiraten schreibt. Und auch in ihrem neuen Werk geht’s herrlich humorvoll um ganz viel Liebe – nämlich in der Beziehung zur anderen Spezies, dem Mann! Was einen vor und nach einer Hochzeit erwartet, erfahrt ihr ab morgen in ihrem Buch.

 

Und heute dürft ihr hier schon einmal ganz exklusiv eine ihrer Kolumnen aus dem Buch lesen! Juhuuuuuu, ist das nicht genial? Merci für die Preview, liebe Steffi!

 

Liebe Grüße vom Lieschen – und los geht’s:

StefanieLuxat_Buch_Wiesagichsmeinemmann

 „Nun frag mich doch endlich, ob ich dich heiraten will!“ Oder: Warum Männer sich das Leben oft so unnötig schwer machen.

 

Doch, doch, wir sind schon verheiratet, schon drei Jahre. Deshalb heißt dieses Buch ja auch „Wie sag ich es meinem Mann?“ und nicht „Wie sag ich meinem Freund, dass er mich verdammt noch mal endlich fragen soll, ob ich ihn heiraten möchte?!“. Freundlich ausgedrückt hat mein Mann mich damals nämlich ganz schön zappeln lassen. Etwas weniger freundlich ausgedrückt: Er kam einfach nicht in die Puschen. Und damit ist er nicht allein. Viele Männer in unserem Freundes- und Bekanntenpreis tüten leider nicht ein, was eigentlich offensichtlich ist. Stattdessen warten sie über Monate, gar Jahre auf den perfekten Moment. Während für die Kandidatin in der Warteschleife jede Nachfrage, wann man denn nun endlich heiraten würde zum nervigen Spießroutenlauf und das Thema statt zu etwas hochromantischen zu etwas hochsensiblen wird.

 

Es gab eine Zeit, da schien sich die ganze Welt zu verloben. Nur mein Ringfinger fristete trotz vierjähriger, glücklicher Beziehung ein einsames Dasein. Und so wurde jedes Pärchendinner, bei dem eins der Pärchen glasige Augen bekam, mit dem Messer gegen das Kristall klopfte und feierlich verkündete, sich verlobt zu haben, zum kleinen Tritt in die Magengrube. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und mein Mann, also damaliger Freund, kassierte einen Spruch à la „Wird das bei uns eigentlich noch was?“. Seine Antwort, die ich sofort akzeptierte, weil er ja recht hatte, lautete: „Weißte was, das ist mein Moment und meine Entscheidung, wann ich dich frage, da haste mal einfach überhaupt gar nichts mitzusprechen! Und es ist mir völlig egal wer sich hier gerade wie verlobt, ich mach das wie ich das will!“

 

Die Woche drauf hatten wir eine wirklich sehr miese Magen-Darm-Grippe. Erst ging ich zu Boden, dann er. Wir sahen aus wie wir uns fühlten und rochen: Scheiße. Und dennoch schaffte es mein großartiger Mann, als wir wie zwei Leichen nebeneinander im Bett lagen und für alles zu schwach waren, seinen Arm zu heben, mir eine Strähne aus dem Gesicht hinters Ohr zu streichen und zu sagen: „Du bist so hübsch…“ Da dachte ich: Wenn er das in diesem Moment wirklich denkt, kann uns nicht wirklich etwas trennen. Und: das wäre der perfekte Moment für einen Antrag. „Bitte waas?“ fragte er als ich ihm davon später, als wir bereits verlobt waren, erzählte. „Im Leben hätte ich nicht gedacht, dass du es in dem Moment gewollt hättest!“

 

Sein Antrag fand dann im Schweden-Urlaub statt. Nach einem Essen in einem wunderbaren Restaurant in Stockholm, bei dem ich schon dachte: „Warum ist er denn so seltsam?“ („War ich gar nicht!“ sagt er). Er stellt die alles entscheidende Frage an einer Hauptstraße („Es war romantisch am Hafen!“, sagt er.). Es war völlig egal, er hatte es endlich getan. Und heute sind wir drei Jahre verheiratet und es ist einfach schön. Noch einen Tick inniger, einfach schön.

 

Doch viele Frauen in meinem Umfeld kreisen immer noch in der Warteschleife. Schwanken zwischen Selbstbetrug („Ach, wer will denn heute noch verheiratet sein?! Wird doch eh alles wieder geschieden!“) und selbst ist die Frau („Ich werde ihm jetzt einfach selbst einen Antrag machen! Warum denn nicht? Wir Frauen machen doch heute eh alles selbst!“). Manche Frauen sind auch ein kleines bisschen selbst dran schuld, dass er die Frage noch nicht rausgerückt hat. Männer hören dann doch oft genauer hin, wie man was so kommentiert. Und wenn Michaels Antrag „piefig“ war, Svens „eine Katastrophe!“ und Saschas „ja so laaangweilig!“, dann würde ich mich auch nicht mit etwas stinknormalem um die Ecke trauen. Und dann gibt es auch Männer, die sich für den Antrag viel zu viel vornehmen und sich und die Frau vollkommen überfordern. Ein Bekannter von uns dachte sich für die große Frage ein Inselquiz aus. Jagte seine Freundin mit einem dreiseitigen (!) Fragenkatalog alleine über die Nordseeinsel Sylt. Bei strömendem Regen buddelte sie mit ihren frisch manikürten Nägeln am Strand nach von ihm versteckten Hinweisen. Während er im Trockenen aufm Leuchtturm mit der alles entscheidenden Frage auf ihre Antwort wartete. Ähm, sagen wir mal so: Der konnte sich in seinem Leuchtturm nachher eine Menge anhören. Viel Freundliches war am Anfang nicht dabei. Geheiratet wurde aber trotzdem.

 

Es soll aber auch mal einen Kerl gegeben haben, der seiner Freundin nur die Steuererklärung rübergeschoben und gesagt hat: „Du, macht Sinn wenn wir heiraten!“

 

Es ist eben irgendwas dazwischen und etwas sehr persönliches.

 

Diese Anstoßabende, an denen andere Paare ihre neuesten Lebensschritte verkünden und die vielen nervigen Fragen der Bekannten, Kollegen und manchmal auch Fremden zu den privatesten Themen im Leben enden eh nie. Dann biste verlobt, dann wirste interviewt wie denn die Hochzeit sein wird. Dann biste verheiratet, wird nach dem ersten Kind gefragt, bis es einem statt aus dem Bauch aus den Ohren herauskommt. Dann das zweite, dritte Kind, Haus, Auto, Job – das ganze Leben ist ein Quiz und wir sind nur die Kandidaten. Hat doch schon Hape Kerkeling gesungen. Nur irgendwie ist das mit einem Ring am Finger leichter zu ertragen.

 

Deshalb Männer, haut sie einfach raus, die Frage der Fragen! Und keine Sorge, euer Antrag wird schon nicht „piefig“ sein. Zur Not pimpt eure Verlobte den schon auf. Darauf könnt ihr euch verlassen, das ist doch bei Heldengeschichten immer so.

 

 

 

Text und Bild von Stefanie Luxat aus Wie sag ich’s meinem Mann? Über das Zusammenleben mit einer anderen Spezies, mit freundlicher Genehmigung von eden book, Berlin.

 

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