LieschenskleinehuetteAls wir an einem Sonntagabend vor zwei Wochen einen kleinen Maulwurf aus unserem Kellerlichtschacht gerettet und auf dem Feld bei der nahen Sporthalle ausgesetzt hatten, da trabten Herr Richtig und ich wieder zufrieden und glücklich in Richtung unseres Häuschens („Maulwurf-Retter! Dafür bekommt man doch sicherlich den ‚Bundesnaturschutzorden‘, oder?“). Und als wir da so in unseren Weg einbogen, platzte es fast synchron mit einem dicken, fetten Grinsen aus uns heraus: „Krass, dass wir diese Hütte gekauft haben!“

Denn die Hütte, die sieht von außen noch ziemlich schlimm aus. Wie so ein Rotklinkerhäuschen aus den 60ern halt rumsteht. Ein bisschen schwerfällig, leicht vom Leben runtergerockt, mit Falten und Rissen im Lack, die Geschichten erzählen. Mit einem Jägerzaun, der früher mal von einem kleinen Dackel bewacht wurde. So, jetzt ist es raus – wir wohnen jetzt in einem Vorstadthaus mit Jägerzaun. Brüller, oder? Ach, und was sag ich, Vorstadt ist völlig übertrieben, es ist das platte Land da draußen in Niedersachen. Ich erwische mich immer noch dabei, dass ich „Hamburg“ sage. Denn man ist quasi in Windeseile in der schönsten Stadt der Welt, also in 20 Minuten.

Diese 20 Minuten, die waren uns auch von Anfang an sehr, sehr wichtig. Denn man kauft ja ein Haus nicht mal so eben. Allein für die Nerven des Finanzierungsmarathons, den man als Normalo & Selbständige absolviert, muss man mindestens die nächsten zehn Jahre in der Hütte wohnen. Ach was, zwanzig! Wichtig ist vor allem der Standort. Man will ja nicht nur drinnen, sondern auch draußen hübsch und angenehm wohnen.

Unsere Haussuche grenzten wir deshalb bei den bekannten Immobilienportalen entsprechend ein, wir suchten nach passenden Maklern im Landkreis und hatten einen klar definierten Radius rund um Bahnstation und Autobahnauffahrt für uns ausgemacht. Je näher Häuser am Supermarkt und Bäcker und Bahnhof lagen, desto besser! Je nach Exposé suchten wir via Google Maps abends nach den Grundstücken, checkten die Lage und fuhren tags darauf kurz dort vorbei. Im Endeffekt konnten wir so 90% aller Angebote schon vor einer Besichtigung ausschließen – angesehen haben wir uns tatsächlich nur drei Häuser. Das spart Zeit und bewahrt vor zu großen Enttäuschungen. (Obwohl, dem niedlichen Reetdachhäuschen trauere ich immer noch hinterher, aber erwähnte ich die 50 Meter entfernte Autobahn?)

Neben dem Standort-Kriterium war der nächste Punkt auf unserer Checkliste die Foto-Galerie. Mein Tipp: Lasst euch von schlechten Bildern, grauenhafter oder einfach sehr alter Einrichtung und verwinkelten Räumen auf den Fotos nicht abschrecken! Gerade alte Häuser bieten im optimalen Fall eine Menge Sanierungspotential. Denn im Gegensatz zu Häusern, die in den 90ern gebaut wurden, kann man in alten Schätzchen wirklich alles herausreißen und nach den eigenen Wünschen gestalten. Oft ist in Galerien auch ein Grundriss hinterlegt, hier könnt ihr das Haus auf Umbau-Potential überprüfen.

Hausbesichtigung Nr. 1 führte uns in einen Bungalow mit riesigem Potential, der aber leider außerhalb unseres Budgets lag. Aber hier war uns auf einmal klar: sanieren bzw. renovieren geht! Haus Nr. 2 war dagegen tiptop in Schuss – und wir wurden am Ende klar überboten. Eigentlich ein Glückfall: Küche, Bad und Wohnzimmer waren noch „so gut“, dass wir wahrscheinlich die nächsten zehn Jahre in einem Interieur gewohnt hätten, dass nicht zu 100% unserem Stil entsprochen hätte. So kamen wir dann zu Häuschen Nr. 3 und, Mann, was waren wir gut vorbereitet!

Wir hatten das Exposé erhalten, die Lage und Bilder gecheckt, schon vorab mit einer Einrichtungsexpertin über Sanierungsmöglichkeiten nachgedacht und dann sofort einen Termin ausgemacht. Nach der ersten Besichtigung war klar: Wir schlagen zu! Zum zweiten Termin brachten wir bereits eine Gutachterin/Architektin mit, die noch einmal den Bestand für uns checkte und mit uns Möglichkeiten einer Modernisierung besprach. Zeitgleich reservierten wir das Haus – wir hatten damit zwei Wochen Zeit, die Finanzierung zu finalisieren – und die zahlreichen anderen Mitbewerber mussten sich mit ihren Kaufangeboten hinten anstellen.

Und dann, eines schönen Tages im Juli 2015, saßen wir bei 32 Grad im Garten der kleinen Hütte, schauten uns an und sagten „Wir machen das jetzt.“ – gingen zurück ins Wohnzimmer und kauften per Handschlag unser Haus.

Wie es im letzten Jahr dann weiterging? Erzähl‘ ich euch demnächst!

Liebe Grüße vom Lieschen

 

PS: „Ich will Trubel mit ein bisschen Garten“ – jup, genau mein Ding! Erhältlich bei Rasmussons, geschenkt bekommen von einer lieben Freundin.

 

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