Nach unserem Handschlag in Sachen Hauskauf dauerte es noch eine ganze Weile, bis alle Formalitäten unsererseits und von der Verkäuferseite geklärt waren. Im Herbst unterschrieben wir den Kaufvertrag, bis dieser aber wirksam wurde und wir den Hausschlüssel bekamen, verging insgesamt ein halbes Jahr. Diese zähen Monate waren wohl eine der emotionalsten Phasen unserer bisherigen Ehe – allein die Summen eines Hauskaufs und des geplanten Umbaus brachten mich zu dieser Zeit schier um den Schlaf. Was musste nicht alles organisiert werden, neue Konten, Bankgespräche, Umbaupläne, Bauanträge und und und. Ach ja, Vollzeit arbeiten musste man dabei ja auch noch – puh, aber wir haben uns durchgebissen.

Ab Januar 2016 stand dann erst einmal die Kernsanierung auf dem Plan, was soviel heißt wie: Alles musste raus! Alle Reste der Vorbesitzer raus, alle Tapeten runter, alle Elektroleitungen raus, alle alten Rohre ebenfalls. Der Teppichboden musste überall entfernt werden. Später flogen auch die Fenster raus, die Wände im Wohnzimmer wurden aufgebrochen, wir rissen die alten Bäder mitsamt Fliesen und Sanitär heraus, aus Fenstern entstanden bodentiefe Türen. Damit aber die Profis starten konnten, mussten wir zuvor Wochenende um Wochenende mit Hilfe von Freunden und Familie die zig-Schichten Tapeten von den Wänden kratzen. Wir holten auch Plastikplatten und Tapeten von den Decken. Und darunter: Strohmatten, der pure Horror! Teilweise fühlten wir uns wie in der Wüste vor lauter Staub, Dreck und Bauschutt, allerdings bei 10 Grad – denn die alte Ölheizung fiel zwischendurch auch immer wieder aus. Und ja, die musste später auch noch weg…

Irgendwann hatten wir schon eine eigene Wochenend-Routine: Wecker klingelt, schnelle Dusche, schnelles Frühstück, zwei Flaschen Fritz Kola vom Kiosk, ab ins Auto und los. Bis Sonnenuntergang werkeln und rausreißen, wieder nach Haus, duschen. Eat, sleep, repeat. Und das jedes Wochenende. In anderen Worten: Eine Kernsanierung in Teil-Eigenleistung ist ein krasser Ritt! Aber es so lohnt sich so!

Als kleine Einstimmung auf #lieschenskleinehuette nehme ich euch heute mal mit auf den Weg zu meinem neuen Büro. Fertig? Na, dann entschuldigt die miesen Handybilder und los:

Lieschenskleinehuette_1

Lieschenskleinehuette_2Mein neues Büro wurde zuvor als Schlafzimmer genutzt. Dank seiner tollen Südfenstern war aber schnell klar, dass ich hier gern meinen Schreibtisch aufschlagen wollte. Das Einraum-Bett-Schrank-Riesen-Ding wurde später noch abgeholt – wirkte der Raum vorher zwar schon hell aber sehr klein, kam danach tatsächlich ein lichtdurchfluteter, offener Raum zum Vorschein!

Lieschenskleinehuette_3Was folgte: Gardinen und Leisten runter, Tapetenschichten runter (ich glaube, es waren fünf oder sechs), Fußleisten ab, Teppichboden raus… oh, und da fanden wir ein coolen Holzboden, der sich tatsächlich „retten“ ließ. Jubel und große Freude!

Lieschenskleinehuette_4Heiter weiter: Tür raus, Elektroleitungen raus, Strohdecke runter… willkommen im Schuttparadies! An diesem Punkt standen wir öfters in den Trümmern der kleinen Hütte und fragten uns zweifelnd, ob wir uns da richtig entschieden hatten – aber es konnte ja nur wieder besser werden.

Lieschenskleinehuette_5Auf die Zielgrade: Neue Decke rein, neue Leitungen rein, alles wurde neu verputzt und wir haben danach gespachtelt bis zum Umfallen. Und: neue Fenster gab’s auch, juhu! Durch die zweiflügeligen Fenster wirkt die breite Fensterfront viel dynamischer und luftiger. Für Innen haben wir uns für weiße Rahmen (hier noch mit Schutzfolie) entschieden, außen sind die Fensterrahmen in Grau gehalten.

Lieschenskleinehuette_6Neue Vliestapeten brachten wir an die Wand und die verputzte Decke sowie alle Wände strichen wir zwei mal mit geballter Freunde und Familien Power. Ach ja, neue Fensterbänke gab es auch – hier entschieden wir uns für eine Tiptop-Preis-Leistungs-Steingemischplatte aus dem Baumarkt, weiß, schlicht, perfekt, die der Fliesenleger für uns einbaute – und alle neuen Schalter und Steckdosen in mattweiß-eckig kamen neu hinzu.

Lieschenskleinehuette_7Kleine Atempause – und wir beendeten die letzten Wandmalerarbeiten solange, bis der Holzboden vom Profi abgeschliffen wurde…

Wir haben uns anfangs tatsächlich sehr oft gefragt, was wir an Gewerken und Arbeiten nach dem Rausreißen selbst übernehmen könnten. Denn alte Dinge abzureißen fällt tatsächlich viel leichter, als alles neu und hübsch zu machen! Tapezieren, akrylieren und streichen trauten wir uns und Freunde & Familie gut zu – aber den empfindlichen Fichten-Holzboden überließen wir lieber dem Profi.

Und dann – es war ein bisschen wie im Slapstickfilm – folgte gefühlt zehn Mal genau diese Konversation: „Wie wollen Sie denn den Boden ölen?“ „Ähm, ich möchte den Boden in Weiß streichen.“ „Bitte was?“ „Ja, so weiß. Wie in Skandinavien.“ „Sind Sie sich sicher???!!!“

Die Gesichter hättet ihr sehen sollen! Aber bei diesem Punkt bin ich hart geblieben – ich hatte mich einfach in diese hellen Holzböden bei Pinterest verliebt. Nachdem mir auch Freunde mit Kindern zugesichert hatten, dass weiße Fußböden durchaus ganze Familien, Spielzeug und Haustiere aushalten, war ich nur noch bestärkter, dass ein weißer Boden im Arbeitszimmer funktionieren würde. Eins war aber klar: Die Farbe muss top sein!

Und wieder war es eine glückliche Fügung, denn auf einmal flatterte die perfekte Lösung für den Holzboden in mein Postfach: Farrow & Ball! Die englische Traditionsmarke kannte ich natürlich schon eine Weile – sämtliche Architekten, Designer und Living-Blogger-Kollegen schwärmen in den höchsten Tönen von der Qualität und Farbintensität der Farben. Und was ich vorher nicht wusste: Es gibt nicht nur Wand- sondern auch Bodenfarbe von Farrow & Ball.

Lieschenskleinehuette_10Hier seht ihr den abgeschliffenen Holzboden und den „Wood Floor Primer“ und „Great White 2006 Floor Paint“ vor unserer Streich-Aktion.

Lieschenskleinehuette_9Nachdem der Tischler alles vorbereitet hatte, haben wir noch einmal alle Fugen gesäubert, gesaugt, gefegt, so dass kein Krümel mehr herumlag.

Lieschenskleinehuette_15So sah der Boden dann mit der Grundierung vorgestrichen aus – und war nach kürzester Zeit bereits getrocknet. (Thanks Angie, für die Streichhilfe!) Wir machten von Samstag auf Sonntag Pause – und am Sonntag stand dann die weiße Farbe auf dem Programm.

Als Werkzeug hatten wir uns einen hochwertigen Pinsel aus dem Fachmarkt gekauft – heißer Tipp für alle Selbermaler! Auf Knieschonern verbrachte ich dann die nächste Stunde auf dem Boden. Und das war auch tatsächlich der schwerste Teil, das mit-morschen-Knien-herumrutschen. Denn die Farrow & Ball Farbe aufzutragen ging super einfach! Nach drei Stunden war bereits die erste Schicht getrocknet und die zweite Schicht Farbe konnte folgen.

Lieschenskleinehuette_11Was mir richtig gut gefällt: Man erkennt noch klar die Holzstruktur im Licht, ansonsten deckt das „Great White“ wunderbar ab. Für diesen Farbton hatte ich mich entschieden, da dieses Weiß laut Farbkarte von Farrow & Ball besonders gut mit anderen Weißtönen harmonieren soll. Und was soll ich sagen? Ist tatsächlich so!

Es folgten im Büro noch schicke Hamburger Fußleisten in Weiß und dann – jede Menge Umzugskartons! Und so räumen wir seit Wochen Kartons ein, aus und um. Von einem Zimmer ins andere. Hoch und runter. Die vermehren sich heimlich! Wenn man drei ausgepackt hat, stehen dahinter gleich wieder welche. Ich bewundere ja Menschen, deren Wohnung oder Haus nach einem Umzug innerhalb von zwei Wochen komplett eingerichtet ist… ha, also wir sind da ein büsschen anders ;-)

Wer einen kleinen Blick auf die gefühlt ordentlichen 1 x 1 Meter in meinem neuen Büro werfen möchte (haha!), schaut morgen (heute bin ich nach gestriger Hochzeitsfeierei irgendwie nicht Video-tauglich, ähm ja…) einfach mal bei Instagram Stories herein – da erzähle ich euch die Geschichte vom gelben Sessel ohne Füße. Noch so ’nen Klopper!

LieschenskleineHuette_Buero

Und wie es so dann mal „in schön“ und in den anderen Räumen aussieht? Stay tuned – erzähle ich euch in Kürze!

Liebe Grüße vom Lieschen

 

Dieser Artikel ist in Kooperation mit Farrow & Ball entstanden. An dieser Stelle herzlichen Dank an das Team von Farrow & Ball, das mir super spontan die passenden Farben zur Verfügung gestellt hat. Ich bin zu 100% glücklich und noch mehr Fan als vorher!

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