lieschenskleinehuetteEs war wieder ein typischer Lieschen-Moment: Genau an dem Morgen, an dem ich mir als Selbständige mit Home Office nach einer miesen Nacht einfach mal ein Stündchen mehr Schlaf gegönnt hatte, klingelt es auf dem Weg zur Dusche – tadaaa, die neuen Kellerfenster waren da! Man lerne: Wenn man über ein Jahr mit den selben Handwerkern zu tun hat, stehen die auch gerne mal unangemeldet und ohne Termin morgens vor der Haustür. Was soll ich sagen: Man kann auch noch halb im Schlafanzug den Keller in Rekordzeit aufräumen, ähm ja.

Und da man im Rahmen einer Kernsanierung nie auslernt, kommen hier ein Update für euch zum aktuellen Stand mit unseren Erfahrungen und Erkenntnisse der vergangenen zehn Monate in #lieschenskleinehuette:

  • Nein, wir sind immer noch nicht fertig – und werden es wohl auch nie sein (Brüller!). Wir haben nun ein neues Dach mit Gaube auf dem Kopf, der Anbau mit Haustür und Garderobe wird hoffentlich im Laufe der nächsten Wochen fertig. Als nächstes wollen wir dann die Haustür- und Garagenfassade mit dem Holz verkleiden lassen, das inzwischen auch die Südseite des Hauses und die Gaube ziert. Für nächstes Jahr planen wir dann in Bauphase 3 den Ausbau des Dachgeschosses und die Wärmedämmung der restlichen Hausfassaden. Und vielleicht schaffen wir 2018 auch noch die Terrasse zu erneuern, da findet man aktuell nämlich noch so schicke Terrakottakacheln (puuuh…), die ich mit einem neuen Outdoorteppich ein wenig aufzuhübschen versuche.
  • Wenn ich länger als eine Woche hier bin, vermisse ich meine Schanze. Wenn ich in der Schanze bin, will ich sofort wieder aufs Land.
  • Eine Kernsanierung lehrt Dich Geduld, Demut und Achtsamkeit. Auf dem Papier kann man ja so herrlich schön planen, die Realität einer Baustelle sieht dann meistens ganz anders aus. Wir sind während der gesamten ersten und zweiten Bauphase wirklich ohne nennenswerte Probleme durchgekommen, aber die Uhren ticken auch anders. Wenn man sich einmal an die Handwerksstandards angepasst hat, fängt man auch um sieben Uhr an zu arbeiten, um halb zehn den zweiten Kaffee zu trinken und um ein Uhr Mittag zu machen, nur dass man als digitaler Selbständiger nicht schon um drei Uhr Feierabend macht. Generell stehe ich immer voller Staunen und Demut vor den handwerklichen Ergebnissen – wenn man immer nur Pixel und Buchstaben schubst, dann ist das schon beeindruckend, wenn die fleißigen Kerls an einem Tag mal die Hausfassade verkleiden oder das Dach decken. Achtsamkeit, weil so ein Umbau unbewusster Stress ist. Wir haben nach über einem Jahr mit Abbruch und Sanierung einfach gemerkt, wie leer unsere Akkus waren und sind dann im März für eine Woche in die Sonne geflüchtet.
  • Gute Handwerker sind die, die Dir ihr Handwerk auf Augenhöhe erklären. Und denen keine Frage zu blöd ist. Und die auch bei -5 Grad für Dich auf dem Gerüst stehen. (Dann sollte man aber auch heißen Kaffee und Kekse rausreichen!)
  • Dehnungsfugen und Setzrisse sind die Pest – fast so schlimm wie Cellulite, hehe…
  • Wegen Dehnungsfugen und Setzrissen kann man nach kurzer Zeit auch schon wieder renovieren. Yup, mein Büro ist bereits frisch gestrichen. Das Wohnzimmer folgt, seufz…
  • Es gibt kein schöneres Gefühl, als zu merken, dass die Vision für das alte Haus im neuen Zustand Form annimmt. Ich sage nur: Glastüren – und auf einmal erkennt man den dunklen, funzeligen Flur vor lauter Licht nicht mehr wieder.
  • Es fehlt im Erdgeschoss nur noch eine Fußleiste! Und mit unserem großen offenen Wohnzimmer-Ess-Küchen-Bereich bin ich schon ziemlich glücklich, da hängen wir am Wochenende mal noch ein paar Bilder auf.
  • Wir wohnen auf einem Sonnenhügel.
  • Wo kommt eigentlich dieses ganze Laub her? Warum ist der Kompost schon voll? Und wieso gibt es hier die weltgrößten Spinnen?
  • Ein Keller ist super. Ein Keller ist super. Ein Keller ist super.
  • Ja, es gibt so etwas wie Baumarkt-Entzugserscheinungen. Ich gleiche das seit zwei Monaten mit exzessiven Gartencenterbesuchen wieder aus ;-)
  • Wir sind nun auch stolze Hochbeet-Selberbauer und Gemüsezüchter – Knaller! Aktuell können wir uns vor Pflücksalat nicht mehr retten – wir waren da wohl ein bisschen zu großzügig mit den Samen. Aber gut für den Vitamin-Haushalt. Generell macht es ziemlich viel Spaß am Wochenende ein paar Stündchen in der Erde rumzubuddeln, Pflanzen einzusetzen und dann mit einem Kaltgetränk auf der Liege zu entspannen. Hätte ich ja nicht gedacht, dass ich das so sehr mögen würde.
  • Das Landleben entschleunigt generell so herrlich – ich spüre, wie gut mir das tut. Zu merken, dass man die Hektik und Schnelllebigkeit der Stadt nicht mehr mitgehen muss, sondern wieder seinen eigenen Rhythmus finden kann – das ist herrlich! Und falls es mir doch wieder in den Finger juckt, setzte ich mich einfach 20 Minuten in die Bahn und bin wieder mitten im Trubel. Für Herrn Richtig und mich ist das die perfekte Mischung.

Und noch ein Tipp: Wenn man zu zweit einfach immer viel und ziemlich lange in den Abend hinein arbeitet, fällt man nach ein paar Monaten Kernsanierung gerne mal in totale Couch-Entspannung mit den Amazon Prime und Netflixen dieser Welt – was hilft, dass die Baustelle nicht total stagniert: ToDo-Listen! So simpel, so effizient. Herr Richtig und ich liefern uns seit letzter Woche jetzt eine kleine ToDo-Listen-Battle und sind so produktiv wie seit Wochen nicht mehr. Ha!

Bald ist auch hoffentlich unser Anbau mit neuer Haustür und Garderobe endlich fertig (wir warten noch auf die Heizkörper) – dann bekommt ihr davon auch mal was zu sehen! Bei Instagram zeige ich euch auch noch ein paar vorher-nachher-Bilder: @lieschen_de

Liebe Grüße vom Lieschen

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