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Kathrin und ihr Mann planten gleich zwei Hochzeiten jeweils in einem anderen Land: Ihre standesamtliche Hochzeit in England organisierten sie von Hamburg aus. Und nach einem Umzug nach New York City bereiteten die beiden ihre kirchliche Trauung in der Nähe von Lübeck vor. Wie fängt man da am Besten mit der Planung an? Und wie behält man den Überblick? Im Interview nachgefragt bei der Braut!

Liebe Kathrin, ihr hattet die Idee, mit Familie und Freunden in England standesamtlich zu heiraten – wie realisiert man eine solche Hochzeitsidee eigentlich?

„Indem man einfach loslegt! Wir haben ehrlich gesagt gar nicht groß darüber nachgedacht, auf was wir uns da einlassen. In die Cotswolds hatten wir uns ein Jahr zuvor auf einer Reise dorthin verliebt. Warum also nicht an diesem schönen Ort heiraten? Wir waren selbst ganz erstaunt, wie unkompliziert das Procedere war. Die englischen Behörden sind echt auf Zack, beantworten Emails ad hoc und geben kompetent Auskunft, welche Formalitäten erfüllt sein müssen, um dort zu heiraten.

Einziger kleiner Haken: Um das Aufgebot bestellen zu können, mussten wir ein paar Tage vor Ort sein. Dieser Zwangsurlaub entpuppte sich als Geschenk: wir nutzten die Zeit, um das Standesamt anzukucken und uns für ein anderes, netteres zu entscheiden, testeten uns durch Pubs für den Empfang hinterher und stellten schon mal ein Programm für unsere Gäste zusammen. Wen ein bisschen Reiseplanung im Vorfeld – auch für die Gäste – nicht stört und aus seiner Hochzeit gleich einen kleinen, unvergesslichen Familienurlaub machen möchte, dem sei dieses Modell wärmstens empfohlen!“

Und wie muss man sich eure Hochzeitsplanung in New York City vorstellen? Gab es eine Standleitung nach Deutschland?

„Die Location als auch die wichtigsten Dienstleister hatten wir schon vor unserer Abreise gebucht. Auch unsere Pastorin hatten wir vorher getroffen. Das grobe Gerüst stand also, als wir nach USA aufbrachen. Dann zog uns der Big Apple erstmal so in den Bann, dass wir einige Wochen gar keinen Gedanken mehr an unsere Hochzeit verschwendeten.

Das änderte sich schlagartig circa 8 Wochen vor dem großen Tag. Ab da gab es tatsächlich fast tägliche Skype-Marathons mit der Family, den Bridesmaids, den Dienstleistern…das wäre aber von Hamburg aus sicherlich auch nicht anders gewesen. Im Gegenteil: ab und zu waren wir ganz froh um die Distanz eines Ozeans, so machten wir uns nicht allzu verrückt. Das 1000ste Mal zur Location oder zum Blumenladen fahren war einfach nicht – und das war vielleicht ganz gut so. Dafür wuchs die Wiedersehens- und Vorfreude von Tag zu Tag mehr!“

Was würdest Du im Nachhinein anders machen? Und was kam besser, als Du es Dir vorgestellt hattest?

„Die Orga ist eigentlich die Gleiche, ob von New York oder überall sonst aus. Dienstleister müssen gebrieft, Abläufe koordiniert werden. Ich war jedoch froh, eine Woche vor der Hochzeit schon wieder im Lande zu sein. So konnte ich mein Jet Lag überwinden, meine Freunde schon vor der Hochzeit wiedersehen und Last Minute noch selber Hand anlegen – das beruhigt die Nerven!

Meine Lehre? Man kann planen, was man will, irgendwas läuft natürlich trotzdem immer schief: sei es dass sich der Foodtruck verfährt, die Bier-Zapfanlage kaputt geht oder ein paar Regentropfen fallen. Aber das macht eine gute Dramaturgie doch auch erst aus, oder? Am Ende war’s trotz oder gerade deshalb noch viel schöner, als ich es mir hätte ausmalen können!“

Danke Dir, liebe Kathrin, für diesen Einblick!

Liebe Grüße vom Lieschen

 

 

Bild: Felix Matthies

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