Manchmal passieren einfach wundervolle Dinge im Leben – so kam das textschreibebegeisterte Lieschen im November 2013 zu der Ehre, ihre kleine digitale Blog-Kolumne in ein wunderbares Hochzeitsmagazin zu verlagern – in Print! Ihr hättet mich am Erscheinungstag mal um den Tisch tanzen sehen, das war Freuden-Limbo Deluxe, sage ich euch! Und das Beste: Ich darf meine charmant-ironischen Liebesworte aus der ersten Ausgabe marryMAG hier mit euch teilen. Juhu!

marrymag_kolumne

Los geht’s:

 

Erwartungen sind doch wie Pickel – man kann gut auf sie verzichten!

 

Sie verwandeln nicht nur frisch verlobte Bräute in wild gewordene Hektikhühner, Erwartungen machen die eigene Hochzeitsplanung ganz schön kompliziert. Statt Diskoparty und Champus verlangt Oma Erna nach Schnaps und Polterabend (…und zwar genau in dieser Reihenfolge!). Onkel Klaus wartet zehn Jahre nach dem letzten Besuch selbstverständlich auf eine Einladung. Und als Braut freut man sich natürlich auf den schönsten Tag seines Lebens. Uff – und jetzt? Bei unschönen Mittessern wirkt Hautreiniger, was hilft eigentlich gegen Erwartungen?

 

Zum einen: Atmen! Immer wieder. Tief ein und wieder aus. Geduldig der Mama, Oma, Großtante und Schwiegermutter in spe am Telefon oder am Kaffeetisch zuhören. Viel nicken. Und dann einfach nach den eigenen Vorstellungen werkeln. Das ist verdammt schwer, aber was soll ich sagen: Du feierst deine Hochzeit nur einmal und dann doch bitte so, wie es euch am Besten gefällt. Es muss alles in Rosa sein, damit es für dich der schönste Tag im Leben wird? Völlig okay! Auch wenn die beste Freundin von rosafarbener Deko Pickel kriegt. Womit wir ja wieder beim Thema wären.

 

Bei den Erwartungen braucht Braut ein richtig gutes Schminkset. Wünsche und Ideen der Anderen muss man manchmal nämlich nur ein bisschen aufhübschen, damit das Endergebnis für alle Beteiligten gut aussieht. Ein bisschen Gloss für die Location im Heimatdorf. Ein Hauch Glitzer für Großtante Erikas traditionellen Hochzeitskranz. Gleich viel besser! Und mit ein paar Profi-Styling-Tipps wird die ganze Hochzeitsfeier eh ein Hit.

 

Aber es sollte nicht immer nur ein Kompromiss sein – als Braut darf man Erwartungen enttäuschen. Nein, man muss es sogar! Die Illusion, es allen recht machen zu können, bringt mit ziemlicher Gewissheit die “Bridezilla” zum Vorschein. Dieses schrecklich behaarte Planungsbrautmonster. Hui, und das ist dann nicht wirklich spaßig!

 

Die eigene Hochzeitsplanung verlangt nach einem großen Stück Optimismus, Vertrauen und auch ein bisschen Hoffnung. (Jede Braut, die innerhalb von einer Woche drei große Schuhpakete zurück zur Post geschleppt hat, um dann im Laden an der Ecke das perfekte Brautschuhpaar zu finden, weiß, wovon ich gerade rede.) Und vor allem braucht man eins: ganz viel Liebe!

 

Um mit Liebe den Erwartungen zu begegnen – denn eigentlich meinen es die Verwandten und Freunde alle nur gut! Um mit Liebe zueinander die absurden Geschichten zu durchleben, die sich während der Hochzeitsplanung ergeben. Wegen der Erwartungen, die einen nachts manchmal kein Auge zu machen lassen. Über die man aber Wochen – und Jahre! – später auf einmal herzlich lachen kann. Es sind genau diese Geschichten, die die Hochzeitsplanung einzigartig machen. Die den Hochzeitstag wunderschön werden lassen. Die Braut und Bräutigam zusammen schweißen.

 

Also, liebe Bräute, seid tapfer und lasst euch gesagt sein: Macht einfach euer Ding. Heiratet, wie es euch gefällt. Zelebriert eure Liebe zueinander und feiert eure ganz eigene Herzenssache!

 

Ich bin da ganz erwartungsvoll!

 

Liebe Grüße vom Lieschen

 

 

Dieser Artikel ist erschienen in marryMAG, Ausgabe 1 2013. Online-Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Publikom Z-Verlags, Kassel.

 

PS: Psssssst, streicht euch schon einmal den 26. Februar an, da erscheint die zweite Ausgabe vom marryMAG!

 

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